Aalrute

>Aalquappe<

 

 

Allgemeines:


Die Aalrute , auch Quappe oder Trüsche genannt, ist der einzige Vertreter der Schellfische im Süßwasser. Sie besitzt einen langgestreckten, vorne walzenförmigen, zum Schwanz hin zusammengedrückten Körper. Der Kopf ist breit und etwas abgeflacht und weist ein weites, leicht unterständiges Maul auf. Besondere Kennzeichen der Quappe, der eine braune bis gelbolive Grundfärbung und eine dunkle Marmonerung zu eigen sind, ist ein einzelner Bartfaden am Kinn, außerdem je ein kurzer Bartel am Seitenrand der Nasenlöcher. Charakteristisch sind weiterhin die kehlständigen Bauchflossen und die abgerundete Schwanzflosse.

 

Lebensweise:


Von Interesse ist auch die Lebensweise der Quappe, über die viele nur wenig Bescheid wissen. Wer weiß schon, dass wir die Quappe im Gebirge in Bächen und Seen noch in Höhen bis zu 1500 in antreffen; ferner, dass die Quappe - neben dem Karpfen - zu unseren fruchtbarsten Fischen gehört? Ein Weibchen im Gewicht von 1 kg liefert rund eine Million Eier. Die zirka 1 mm großen klebrigen Eier werden an Wasserpflanzen oder Steinen abgelegt.

 


Fortpflanzung:


Die Quappen werden zumeist im dritten, der Rogner mitunter erst im vierten Jahr geschlechtsreif. Nur vereinzelt laicht die Quappe bereits im Alter von zwei Jahren.
Die Quappe ist Winterlaicher. Die Laichzeit fällt überwiegend in die Monate November bis Februar. Im Inn zum Beispiel beginnt die Laichzeit in der Regel Mitte Januar. Sie erstreckt sich indes bis weit in den Februar hinein, das heißt, das Quappenvolk wird nach und nach laichreif. Sind Quappen reif, laichen sie innerhalb weniger Tage ab. Wie bei fast allen Winterlaichern haben Quappeneier eine lange Entwicklungszeit. Im Hinblick auf die enorme Laichproduktion überrascht es nicht, dass die Quappe unmittelbar nach der Laichzeit abgemagert und wenig schmackhaft ist, ganz im Gegensatz zu der übrigen Jahreszeit, wo das grätenlose weiße Fleisch und hier besonders die als vorzüglicher Leckerbissen geltende Leber - von den Feinschmeckern als exzellenter Speisefisch gerühmt wird. Das wusste man zum Beispiel auch am Kaiserlichen Hof zu Innsbruck. Hier war die Quappe sehr begehrt. Im Fischbuch des Kaisers Maximilian (1504) heißt es, jede Woche möge ein Zentner Quappen an den Hof nach Innsbruck geliefert werden.
Nach dem Bericht eines Berufsfischers, der seit vielen Jahrzehnten im Inn die Fischerei ausübt, wogen die schwersten von ihm erbeuteten Quappen 2,5 bis 4 kg. Quappen dieser Größe waren ausschließlich Rogner Die schwersten Milchner wogen bis zu 1,5 kg. Schwerere Quappen als 4 kg dürften in deutschen Gewässern kaum (noch) anzutreffen sein.

 


Wohngebiet und Ernährung:


Die Quappe lebt in Fließgewässern und in Seen. Sie hat ein verhältnismäßig großes Sauerstoffbedürfnis. (Deshalb finden wir sie in flachen warmen Seen nicht.) Im allgemeinen ist die Quappe ein Bodenbewohner. Tagsüber ist sie zumeist inaktiv und liegt hier zwischen Steinen, unter Wurzeln, in Löchern, Höhlen und Gumpen verborgen. Während der Dämmerung und der Nacht geht sie auf Nahrungssuche. Bei getrübtem Wasser gelingt es auch tagsüber, eine Quappe an die Angel zu bekommen. Als Köder kommen in erster Linie Tauwürmer, tote Fischchen, Fischfetzen, Hühnerdärme und rohes Fleisch in Betracht.
Der Berufsfischer fängt die Quappe hauptsächlich mit dem Stellnetz und selten - mit der Legangel. Die ersten Wintermonate bringen in der Regel den besten Erfolg.
Junge Quappen bis etwa 20 cm Länge ernähren sich überwiegend von Würmern, Insektenlarven und anderen kleinen Wassertieren; bisweilen lassen sie sich aber auch Fischeier und Fischbrut schmecken. Größere Quappen sind ausgeprägte Laich- und Bruträuber, darüber hinaus vertilgen sie massenhaft Fische. Besonders groß ist ihr Schaden in Saiblings-, Forellen- und Äschengewässern. Ein Beispiel mag dies belegen: der Seesaibling laicht im Walchensee in einer Tiefe von 70 bis 90 m. Wenn hier zur Laichzeit Saiblinge gefangen werden, um ihre Laichprodukte anschließend zur Erzeugung von Besatzfischen künstlich zu besamen, dann zappeln zusammen mit den Seesaiblingen regelmäßig auch Quappen im Netz. Wozu hält sich die Quappe in dieser Tiefe auf? Sie sucht als Nahrung die Eier des Seesaiblings, mit denen ihr Magen oft zum Bersten gefüllt ist. Die Quappe führt demnach eine Nahrungswanderung in großen Tiefen des Walchensees durch. Mitunter vergreift sie sich auch an den Seesaiblingen selbst. Hierbei entwickelt sie einen derartigen Appetit, dass ihr Saiblinge, die sie kaum bezwingen kann, zum Maul heraushängen. Eine 60 cm lange Quappe wiegt zirka 1,5 kg.
 

Bedeutung für die Fischerei:

 

In manche Gebieten ist die Rutte ein wirtschaftlich wichtiger Fisch, dessen Fleisch und Leber hoch geschätzt wird.